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Den richtigen Reifendruck finden und prüfen

Redaktion Reifeninspektor · Zuletzt geprüft: · 4 Min. Lesezeit

Die Kurzantwort

Eine Zahl für alle Autos gibt es nicht: Der richtige Reifendruck steht in der Betriebsanleitung und meist auf einem Aufkleber an Tankdeckel, B-Säule oder Handschuhfach. Gemessen wird bei kalten Reifen, und zwar regelmäßig. Neu zugelassene Pkw haben seit November 2014 ein Reifendruckkontrollsystem.

„Wie viel bar?“ ist die häufigste Frage rund um Reifen, egal ob Sommer-, Winter- oder Motorradreifen. Die ehrliche Antwort: Das legt der Hersteller für jedes Fahrzeug fest, oft getrennt für Vorder- und Hinterachse und für halbe oder volle Beladung.

Wo der Reifendruck steht

Die Werte finden Sie an mehreren Stellen im Auto:

  • auf der Innenseite der Tankklappe
  • an der B-Säule, sichtbar bei geöffneter Fahrertür
  • im Handschuhfach
  • in der Betriebsanleitung

Gelten mehrere Werte, richtet sich die Wahl nach Beladung und Reifengröße. Im Zweifel gilt die Vorgabe des Fahrzeugherstellers für Ihr Modell und Ihre Reifengröße.

Kalt messen, sonst stimmt der Wert nicht

Die Herstellerangaben beziehen sich auf kalte Reifen. Beim Fahren erwärmt sich der Reifen, und der Druck steigt. Wikipedia (Reifendruck) nennt als Größenordnung rund 10 Prozent je 30 Grad Temperaturanstieg; nach schneller Autobahnfahrt sind das etwa 0,3 bar mehr. Nach etwa 10 Kilometern bei mäßigem Tempo gilt ein Autoreifen noch als kalt.

Messen Sie deshalb an der nächstgelegenen Tankstelle und nicht nach einer langen Strecke. Lassen Sie bei warmen Reifen keine Luft ab, nur weil der Wert höher wirkt.

Bar, kPa und psi

Der Druck wird als Überdruck gegenüber der Umgebung angegeben. Am Fahrzeug stehen die Werte heute meist in Kilopascal: 100 kPa entsprechen 1 bar. Auf der Reifenflanke steht oft der Höchstdruck in psi, 14,5 psi sind 1 bar. Dieser Höchstwert ist nicht der Fülldruck für Ihr Auto.

Was falscher Druck bewirkt

Zu wenig Druck lässt den Reifen stärker walken: Er wird heißer, nutzt sich an den Schultern schneller ab und kann im schlimmsten Fall versagen. Auch das Fahrverhalten verändert sich spürbar, und der Verbrauch steigt. Deutlich zu viel Druck verkleinert die Aufstandsfläche und kostet Haftung. Bleiben Sie deshalb bei den Herstellerwerten.

Wie oft prüfen

Reifen verlieren mit der Zeit von selbst etwas Luft. Prüfen Sie den Druck deshalb regelmäßig und zusätzlich vor längeren Fahrten, vor voller Beladung und nach dem Reifenwechsel. Auch wer ein Kontrollsystem im Auto hat, sollte gelegentlich selbst nachmessen, denn es warnt erst bei einem deutlichen Druckverlust.

Das Reifendruckkontrollsystem (RDKS)

Die Pflicht für Pkw geht auf die Verordnung (EG) Nr. 661/2009 zurück: Neue Fahrzeugtypen brauchten ein System zur Überwachung des Reifendrucks ab dem 1. November 2012, alle neu zugelassenen Pkw ab dem 1. November 2014. Diese Verordnung gilt seit dem 6. Juli 2022 nicht mehr. Heute regelt die Verordnung (EU) 2019/2144 die Sicherheitsausstattung neuer Fahrzeuge, die Reifendrucküberwachung in Artikel 5. Sie lässt ausdrücklich direkte und indirekte Systeme zu.

  • Direkte Systeme messen mit einem Sensor im Rad den Druck und funken ihn ans Auto.
  • Indirekte Systeme schließen aus Unterschieden der Raddrehzahl auf zu wenig Luft. Nach dem Aufpumpen oder einem Reifenwechsel brauchen sie meist einen Reset.

Wer zusätzlich Winterräder fährt, braucht bei direkten Systemen einen zweiten Satz Sensoren. Wikipedia (Reifendruckkontrollsystem) nennt dafür 250 bis 300 Euro und beim Reifenwechsel 50 bis 100 Euro Mehrkosten für das Anlernen.

Luft oder Stickstoff?

Manche Werkstätten füllen Stickstoff ein, erkennbar oft an farbigen Ventilkappen. Der Vorteil ist laut Wikipedia umstritten und bei normaler Nutzung vernachlässigbar. Nachfüllen mit Luft ist kein Problem, denn Luft besteht zu rund 78 Prozent aus Stickstoff. Wichtiger als das Gas ist die regelmäßige Kontrolle.

Neue Reifen in Ihrer Größe

Welche Größe Ihr Auto braucht, erklärt der Ratgeber Reifengröße lesen. Neue Reifen in dieser Größe vergleichen Sie bei den 1.556 Sommerreifen, 725 Winterreifen oder 468 Ganzjahresreifen. Für Fahrzeuge mit Notlaufreifen lohnt der Ratgeber Runflat-Reifen.

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Häufige Fragen zum Reifendruck

Wie viel bar gehören auf meine Reifen?

Das legt der Fahrzeughersteller fest. Die Werte stehen in der Betriebsanleitung und meist auf einem Aufkleber an Tankklappe, B-Säule oder im Handschuhfach.

Wie viel bar bei Winterreifen?

Auch hier gilt die Angabe des Herstellers für Ihr Fahrzeug und Ihre Reifengröße. Stehen Winterreifen in der Tabelle gesondert, nehmen Sie diesen Wert.

Darf ich den Reifendruck bei warmen Reifen messen?

Besser nicht. Warme Reifen zeigen mehr Druck an, die Herstellerwerte gelten für kalte Reifen.

Wie viel bar beim Motorrad?

Auch beim Motorrad gibt der Hersteller den Druck vor, meist getrennt für vorne und hinten und nach Beladung. Die Werte stehen in der Betriebsanleitung. Passende Motorradreifen finden Sie hier nach Größe.

Ist ein Reifendruckkontrollsystem Pflicht?

Ja, für neue Pkw. Nach der Verordnung (EG) Nr. 661/2009 galt die Pflicht für neue Fahrzeugtypen ab dem 1. November 2012 und für alle neu zugelassenen Pkw ab dem 1. November 2014. Heute steht sie in Artikel 5 der Verordnung (EU) 2019/2144.

Rechtsstand . Die Angaben zu Gesetzen und Vorschriften haben wir an diesem Tag geprüft. Regeln können sich jederzeit ändern – maßgeblich ist immer die aktuell gültige Fassung, zum Beispiel hier im amtlichen Text.

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