Die Kurzantwort
Ein Autoreifen besteht aus mehreren Schichten. Die Lauffläche mit dem Profil hat Kontakt zur Straße, darunter stabilisieren Gürtellagen den Reifen. Die Karkasse hält ihn zusammen und wird vom Luftdruck gespannt, der Wulst sitzt fest auf der Felge, eine Innenschicht hält die Luft im Reifen. Bei runderneuerten Reifen bekommt die alte Karkasse eine neue Lauffläche.
Von außen sieht ein Reifen aus wie ein Stück Gummi. Tatsächlich besteht er aus mehreren Schichten, die jeweils eine eigene Aufgabe haben. Wer den Aufbau kennt, versteht auch, warum ein Riss in der Flanke ernst zu nehmen ist oder was ein Gürtelreifen ist. Die Erklärungen folgen dem Wikipedia-Artikel Autoreifen.
Die Schichten eines Radialreifens
Lauffläche: Sie stellt die Verbindung zur Fahrbahn her und trägt das Profil mit seinen Rillen und Lamellen. Wie viel Profil noch da sein muss, steht im Ratgeber Profiltiefe.
Gürtellagen: Sie liegen unter der Lauffläche und stabilisieren den Reifen. Nach ihnen heißt der Radialreifen auch Gürtelreifen.
Karkasse: Sie ist das Gerüst des Reifens. Die Karkasse wird durch den Luftdruck gespannt und hält den Reifen zusammen. Sie besteht aus Gewebeschichten in Gummi, beim Radialreifen zusätzlich aus Stahlcorden. Deshalb ist der richtige Reifendruck so wichtig.
Seitenwand oder Flanke: Sie schützt die Karkasse nach außen. Auf ihr stehen Größe, Index und die übrigen Kennzeichnungen, erklärt im Ratgeber Reifenkürzel.
Wulst: Er verbindet den Reifen fest mit der Felge und besteht aus Stahldrähten.
Innenschicht: Eine spezielle Gummimischung auf der Innenseite verhindert, dass die Luft nach außen entweicht.
Radial oder diagonal
Der beschriebene Aufbau gilt für den Radialreifen, die heute übliche Bauart bei Pkw. Den Unterschied zum Diagonalreifen erklärt der Ratgeber Diagonal oder Radial.
Woraus ein Reifen besteht
Der Gummi eines Reifens ist eine Mischung aus mehreren Kautschuksorten. Laut Wikipedia sind das vor allem synthetische Kautschuke wie Styrol-Butadien-Kautschuk, seltener Naturkautschuk. Dazu kommen Gewebe und Stahl in Karkasse, Gürtel und Wulst.
Wie ein Reifen entsteht
Die einzelnen Bauteile werden in Lagen vorgefertigt und auf einer Wickelmaschine zusammengesetzt, zuletzt kommt die Laufflächenmischung darauf. Dieser Rohling wird anschließend in einer Form unter Hitze und Druck vulkanisiert. Erst dabei erhält der Reifen sein Profil.
Runderneuerte Reifen
Bei runderneuerten Reifen wird die alte Lauffläche aufgeraut oder abgeschält und eine neue aufvulkanisiert. Die Karkasse wird also weiterverwendet. Laut Wikipedia sind runderneuerte Reifen bis zu einem Drittel günstiger als Neureifen.
Warum Schäden an der Flanke ernst sind
Die Flanke schützt die Karkasse, das tragende Gerüst des Reifens. Risse, Beulen oder Schnitte an der Flanke sind deshalb ein Grund, den Reifen sofort in einer Werkstatt prüfen zu lassen. Mehr dazu im Ratgeber Reifenwechsel.
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Häufige Fragen zum Reifenaufbau
Was ist die Karkasse?
Das Gerüst des Reifens aus Gewebeschichten in Gummi, beim Radialreifen zusätzlich mit Stahlcorden. Sie wird vom Luftdruck gespannt und hält den Reifen zusammen.
Was ist ein Gürtelreifen?
Ein anderer Name für den Radialreifen. Er heißt so wegen der Gürtellagen unter der Lauffläche.
Was ist der Wulst?
Der Teil des Reifens, der auf der Felge sitzt. Er besteht aus Stahldrähten und hält den Reifen fest auf der Felge.
Was ist ein runderneuerter Reifen?
Ein Reifen, dessen alte Karkasse eine neue Lauffläche bekommen hat.